Höhlenlöwe & Co

Während der Eiszeit lebten gigantische Tiere in unseren Breiten, die heute nur noch aus Filmen bekannt sind: Höhlenbär, Mammut, Wollnashorn und Riesenhirsch.

Höhlenbär, Stadt Giengen Höhlenbär, Stadt Giengen

Der Höhlenlöwe

In Europa tauchten Höhlenlöwen vor rund. 900.000 Jahren das erste Mal auf und verschwanden mit dem Ende der großen Eiszeit vor 10.000 Jahren wieder aus unseren Breiten. Sie waren etwa 25% größer als die heute in Afrika vorkommenden Löwen, ihre Nahrung bestand aus größeren Herdentieren der damaligen Zeit etwa Wildpferde, Wildrinder, Hirschen und Antilopen.

Auch der Mensch dürfte zum Nahrungsspektrum der Höhlenlöwen gehört haben. Seine Kraft, Wildheit und Gefährlichkeit übten wohl deshalb auch eine große magische Anziehungskraft auf die damaligen Menschen aus.

Ausdruck dieser Faszination sind eindrucksvolle Schnitzereien von Höhlenlöwen aus Mammutelfenbein, die im Lonetal gefunden wurden. So gehört ein rund 40.000 Jahre altes Fragment eines Höhlenlöwen, gefunden in der Vogelherdhöhle, zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit.

Der in der Stadel-Höhle am Hohlenstein im Lonetal gefundene Löwenmensch ist das wohl spektakulärste Sinnbild der Bedeutung des Löwen für die damaligen Menschen. Heute kann dieses Meisterwerk der altsteinzeitlichen Kunst im Ulmer Museum bewundert werden.

Der Höhlenbär

Höhlenbären lebten während der letzten Eiszeit in Europa von Nordspanien bis zum Ural. Die Tiere erreichten vom Kopf bis zur Schwanzspitze eine Länge von 3,5 Metern, seine Schulterhöhe ca. 1,70 m. Die Kolosse waren damit noch gewaltiger und furchteinflößender als der heutige Braunbär. Sie entwickelten sich dabei vom Allesfresser zum reinen Pflanzenfresser und ernährten sich von Beeren, Gräsern und Früchten.

Die Bezeichnung Höhlenbär verweist auf die Fundorte fossiler Knochen da sie während der Wintermonate einen ausgedehnten Winterschlaf hielten.

Das Mammut

Das in Europa und Nordasien verbreitete Wollhaarmammut lebte während der letzten Eiszeit und hatte als Kälteschutz ein dichtes, langes Wollkleid entwickelt. Es schützte sie vor den niedrigen Temperaturen der Eiszeit. Charakteristisch für Mammuts waren ihre gewaltigen Stoßzähne. Mammuts konnten über 3 Meter groß werden und dürften etwa gleich groß gewesen sein, wie die heutigen Elefanten, die auch Ihre nächsten noch lebenden Verwandten sind.

Anders als die Elefanten besaß das Wollhaarmammut kürzere aber dafür massigere Beine. Sein Körper war außerdem insgesamt länger als der der Elefanten. Der Mammutkopf war sehr hoch und besaß einen Höcker. Auf dem vorderen Rücken gab es einen Buckel, der möglicherweise als Fettdepot diente, wie auch steinzeitliche Schnitzereien wie das Mammut aus Elfenbein aus der Vogelherdhöhle zeigen.

Der Riesenhirsch

Riesenhirsche lebten vor 400.000-9.500 Jahren in weiten Teilen des heutigen Europas. Wie Mammut und Wollnashorn waren Riesenhirsche ausschließlich Pflanzenfresser, ihre Nahrung bestand aus Gräsern und Büschen.

Die Schulterhöhe der Riesenhirsche betrug bis zu 2 Meter, hervorstechendes Merkmal der Riesenhirsche war jedoch ihr mächtiges Geweih. Es konnte eine Spannweite von ca. 4 Metern erreichen und bis zu 50 Kilogramm schwer werden - es dürfte damit das größte Geweih gewesen sein, das je ein Tier getragen hat. Mit diesem Geweih konnte sich der Riesenhirsch kaum im dichten Wald bewegen, ihre Lebensräume waren demzufolge die offenen Steppen- und Tundralandschaften.

Das Wollnashorn

Wollnashörner lebten vor 500.000 -10.000 Jahren in den Kältesteppen und Tundren Europas und Asiens. Sie waren ausschließlich Pflanzenfresser und ernährten sich überwiegend von Gras. Ein dichtes braunes Fell schützte das Wollnashorn vor den niedrigen Temperaturen der Eiszeit. Dies ermöglichte es ihm auch die Winter in den nördlicheren Breiten zu verbringen. Wollnashörner lebten meist als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen.

Ihre Schulterhöhe betrug bis zu 2 Meter. Von den Maßen und Proportionen dürfte das Wollnashorn Ähnlichkeit mit den heute noch in Afrika lebenden Breitmaulnashörnern gehabt haben. Ähnlich wie diese waren Wollnashörner extrem kurzsichtig, dafür verfügten sie über einen ausgeprägt guten Geruchssinn. Aufgrund des schlechten Sehvermögens war das Wollnashorn wohl eher schreckhaft und sehr aggressiv.