Steinzeitdorf Ehrenstein

Das "Steinzeitdorf Ehrenstein" gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, liegt aber versteckt unter der Erde.

Steinzeitdorf Ehrenstein ist UNESCO-Weltkulturerbe

Im Februar 1952 grub sich die Schaufel eines Baggers durch die Talaue der Blau süd-östlich von Ehrenstein. Mit der Erde aus dem Baggergraben wurde in den Wiesen am Blaukanal ein Damm für das Schlammab­satzbecken des Kalkwerkes Max Hilsenbeck & Co. auf­geschüttet. Ein Tongefäß und mehrere Hirschgeweihstücke waren die ersten Hinweise, dass man im Talgrund in 1 bis 2 Metern Tiefe auf die Reste einer Siedlung aus der Jungsteinzeit gestoßen war. Nach Ortsbesichtigungen mit Vertretern des Denkmalamtes, des Kalkwerkes und des Ulmer Museums wurde vereinbart, noch im selben Jahr eine planmäßige Ausgrabung durchzuführen. Es folgte eine weitere Grabung im Jahr 1960.

Hierbei wurde festgestellt, dass eine ovale Fläche von etwa 120 x 85 Metern bebaut war. Insgesamt umfasste die Siedlung 30 bis 40 Häuser. Neben den für den Hausbau verwendeten Hölzern, konnten die Forscher große Mengen an gemusterten Tonscherben, Tierknochen, Werkzeuge, Geräte und Schmuck aus Stein, Knochen und Geweih bergen. Zusammen mit den gut erhaltenen Pflanzenresten geben die Funde einen Einblick in das Leben der Dorfbewohner im 4. Jahrtausend v. Chr. Das Ausgrabungsgebiet wurde nach Abschluss der Erkundungsarbeiten wieder mit Erde bedeckt. Die Fläche ist mittlerweile mit Vegetation überwachsen.

Am Fundort sind keine Exponate zu sehen.

Im Rathaus ist ein Modell rekonstruierter Hütten und die Funde einer jungsteinzeitlichen Siedlung, vor allem Tongefäße und Werkzeuge, in einer kleinen Ausstellung zu sehen.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.

Informationen zur Urgeschichte der Schwäbischen Alb finden Sie auch im urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren.

In seiner 35. Sitzung in Paris hat das Welterbekomitee der UNESCO eine Auswahl an vorgeschichtlichen Pfahlbauten in sechs Alpenanrainerstaaten als Welterbe anerkannt und in die Welterbeliste eingetragen. Der Antrag wurde unter Federführung der Schweiz unter Beteiligung der weiteren fünf Alpenanrainer Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich gestellt. In Baden-Württemberg sind 15 der insgesamt 111 anerkannten Fundstellen angesiedelt. (Vgl. Pressemitteilung den Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vom 27. 6. 2011)

Das Steinzeitdorf Ehrenstein genießt hier eine Sonderstellung, da es einerseits die nördlichste Fundstelle darstellt, andererseits in einer Flusslandschaft angesiedelt war, während alle anderen Siedlungen in Seen errichtet wurden.

Die Fundstelle liegt etwa einem Meter unter der Erde im Grundwasser und muss aus konservatorischen Gründen dauerhaft bedeckt bleiben. Am Fundort sind also keinerlei Exponate zu sehen. Deshalb ist im Rathaus Blaustein eine kleine Dauerausstellung mit Fundstücken und Rekonstruktionsmodellen zu besichtigen. Diese Ausstellung wird wissenschaftlich vom Ulmer Museum betreut, wo ebenfalls eine Ausstellung mit Teilrekonstruktion eines Hauses im Maßstab 1:1 zu sehen ist.

Im Dezember 2011 wurde anlässlich der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe eine neue Broschüre "Steinzeitdorf Ehrenstein" aufgelegt. Diese können Sie hier als Datei herunterladen.

Zudem ist die Broschüre "Steinzeitdorf Ehrenstein" im Rathaus Blaustein und den Ortsverwaltungen erhältlich.

freier Eintritt
Montag 09:00 - 12:00 Ausstellung im Rathaus
14:00 - 16:00 Ausstellung im Rathaus
Dienstag 09:00 - 12:00 Ausstellung im Rathaus
Mittwoch 09:00 - 12:00 Ausstellung im Rathaus
14:00 - 16:00 Ausstellung im Rathaus
Donnerstag 09:00 - 12:00 Ausstellung im Rathaus
14:00 - 18:00 Ausstellung im Rathaus
Freitag 09:00 - 12:00 Ausstellung im Rathaus
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen

Karte

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