Nonnenhaus

Viel berühmter als die Beginen oder Klausnerinnen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, denen das Haus seinen Namen verdankt, war ein anderer Bewohner hundert Jahre später, an den das steinerne Buch und das kleine Gärtchen vor der Buchhandlung erinnert. Hier befand sich einer der ersten Botanischen Gärten der Welt.

Ab 1535 bewohnte der Tübinger Medizinprofessor Leonhard Fuchs (1501–1566) das Gebäude und legte daneben einen Kräutergarten an, der ihm als Experimentierfeld auf dem Gebiet der Arzneipflanzen diente. Herzog Ulrich von Württemberg rief ihn als Professor der Medizin nach Tübingen, wo er sieben Mal Rektor war.

Als „Vater der Botanik“ veröffentlichte er 1542 sein mit über 500 Holzschnitten illustriertes Pflanzenbuch „de historia stirpium commentarii“, das als deutschsprachiges „New Kreüterbuch“ 1543 erschien. Im 18. Jahrhundert wurde die neu entdeckte Pflanzenfamilie der „Fuchsie“ nach ihm benannt.

Das querstehende „Häuschen“ über der Gasse, zu dem man vom äußeren Treppenaufgang im ersten Stock gelangt, ist das sogena
nnte „Sprachhaus“. Er war der mittelalterliche Aborterker direkt über dem Ammerkanal.

Heute befinden sich im Nonnehaus eine Boutique und eine Buchhandlung sowie die Wohnung des Hausbesitzers.

Mehr über die Geschichte von Frauen und Frauenleben in Tübingen erfahren Sie auf unserer Themenführung „Tübinger

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