Hölderlinturm

Er ist das Wahrzeichen Tübingens und das i-Tüpfelchen der schönen Neckarfront. Der Hölderlinturm: gelb mit spitzem Dach, idyllisch gelegen am Neckar, daneben eine Trauerweide und im Sommer die Stocherkähne davor. 36 Jahre war das Turmzimmer im ersten Stock die Heimstatt eines unserer größten deutschen Dichter.

Errichtet wurde der Turm im späten 18. Jahrhundert auf einem ehemaligen Wehrturmsockel der Stadtbefestigung. Der Weg von der Neckarbrücke zum Hölderlinturm führt über den schmalen Zwingel, den Freiraum zwischen innerer und äußerer Stadtmauer. Benannt ist der Turm nach Friedrich Hölderlin (1770–1843), der von 1807 bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 bei der Familie des Schreinermeisters Ernst Zimmer wohnte.

Hölderlin, der von 1788–1793 zusammen mit Hegel und Schelling im Evangelischen Stift studierte, schrieb bereits in seiner Studienzeit Gedichte und schlug – gefördert von Schiller – eine Laufbahn als Hauslehrer und freier Schriftsteller ein. Er war glück- und rastlos in verschiedensten Anstellungen tätig und 1806 brachte man ihn in die erste Tübinger Universitätsklinik (s. Burse), weil bei ihm eine geistige „Verrückung” festgestellt wurde. Da der dortige Aufenthalt zu keiner Besserung seines Zustands führte, fand Hölderlin im Turm am Neckar Aufnahme, wo er von Zimmers Tochter Charlotte geduldig gepflegt wurde. Hölderlin wurde zeit seines Lebens tief verehrt von den Tübinger Studenten, die ihn gerne aufsuchten.

Das Gebäude des Hölderlinturms, 1875 bis auf die Grundmauern abgebrannt, erscheint heute in einem historistischen, mit Spitzhelm bekrönten Wiederaufbau.

Zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins steht Tübingen 2020 ganz im Zeichen der Literatur. Viele Kulturveranstalter erinnern daher an den Dichter und seine zeitlosen Verse in Lesungen und Konzerten, Theater-, Opern- und Filmprojekten sowie einer Reihe von Sonderausstellungen. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wird der Tübinger Hölderlinturm am Sonntag, 16. Februar 2020 nach einer umfassenden Sanierung wiedereröffnet – mit einer neuen Dauerausstellung, die Einblicke in Hölderlins biografische Stationen in Tübingen gibt und seine Gedichte sinnlich erfahrbar macht. Ein schöner Anlass, um den Dichter neu zu entdecken und seine Bedeutung für die Gegenwart auszuloten.

Führungen für Einzelpersonen
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat um 14 Uhr.
€ 7,– Erw., € 5,– erm. für Schüler und Studenten

Führungen für Gruppen € 65,–, 1 Std. max. 15 Pers.

Montag 11:00 - 17:00
Dienstag geschlossen
Mittwoch 11:00 - 19:00
Donnerstag 11:00 - 17:00
Freitag 11:00 - 17:00
Samstag 11:00 - 17:00
Sonntag 11:00 - 17:00

Karte

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