Hölderlinjubiläum 2020

Er ist das Wahrzeichen Tübingens und das i-Tüpfelchen der schönen Neckarfront. Der Hölderlinturm: gelb mit spitzem Dach, idyllisch gelegen am Neckar, daneben eine Trauerweide und im Sommer die ruhenden Stocherkähne davor. 36 Jahre lang war das Turmzimmer im ersten Stock die Heimstatt eines unserer größten deutschen Dichter.

Errichtet wurde der Turm im späten 18. Jahrhundert auf einem ehemaligen Wehrturmsockel der Stadtbefestigung. Der Weg von der Neckarbrücke zum Hölderlinturm führt über den schmalen Zwingel, den Freiraum zwischen innerer und äußerer Stadtmauer. Benannt ist der Turm nach Friedrich Hölderlin (1770–1843), der von 1807 bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 bei der Familie des Schreinermeisters Ernst Zimmer im Turm wohnte.

Auch wenn das groß angelegte Hölderlinjubiläumsjahr aus bekannten Gründen auf wenige Veranstaltungem zusammengeschmolzen ist, steht Tübingen 2020 dennoch ganz im Zeichen des 250. Geburtstag des Dichters. Seit Februar 2020 können Besucherinnen und Besucher bei freiem Eintritt die neu eingerichteten Museumsräume erkunden. Im Zentrum der Ausstellung steht das einzig erhaltene Möbelstück des Dichters: der Tisch, auf den er „mit der Hand geschlagen, wenn er Streit gehabt – mit seinen Gedanken“ – so schrieb es einst Hölderlins Pflegerin Lotte Zimmer. Seine intensive Auseinandersetzung mit Sprache, insbesondere mit Rhythmen und Betonungen, wird im Hölderlinturm zur körperlichen Erfahrung. Ein Sprachlabor lädt dazu ein, Hölderlins literarische Arbeit zu verfolgen und selbst mit Silben, Worten und Versen zu experimentieren. Im angrenzenden Garten lassen sich Hölderlins Texte auf einer eigens dafür konzipierten „Gedichtlaufstrecke“ sogar in Bewegung übersetzen.

Mithilfe von Grafiken, Filmbeiträgen und Interviews nimmt die Ausstellung Hölderlins frühe Studienjahre am Tübinger Stift und die Eckpunkte in seinem Leben und Werk in den Blick. Dabei wird auch die große Inspirationskraft sichtbar und hörbar, die der Dichter für Literatur, Musik und bildende Kunst hatte. „Das bedeutendste Exponat ist allerdings der Hölderlinturm selbst. Trotz seiner problematischen Authentizität – 1875 war er bis auf das Erdgeschoss abgebrannt – regt er noch immer die Imagination an und vermittelt uns eine Vorstellung von Hölderlins Lebensalltag und von der Entstehung seiner späten Turmgedichte“, sagt Dr. Sandra Potsch, die Leiterin des Museums im Hölderlinturm.

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