Barbarossakirche

Mit der Erbauung der Burg ist auch der Ort Hohenstaufen entstanden, in dem vor allem Handwerker und Bauern lebten, die die Herrschaft zu versorgen hatten. Vermutlich gab es zu dieser Zeit auch schon eine Kapelle an der Stelle, wo die erst im späten 15. Jahrhundert erstellte Barabarossakirche heute steht. Die evangelische Kirche hieß allerdings bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts St. Jakob, erst im Schwunge der Nationalbewegung erhielt sie den illustren Namen Barbarossakirche.

Barbarossakirche in Göppingen
Barbarossakirche in Göppingen - © Stadt Göppingen

1833 gründete sich unter der Leitung des in Hohenstaufen tätigen Pfarrers Eduard Keller der Hohenstaufenverein, der die Kirche zu einem nationalen Geschichtsdenkmal umgestalten wollte. Diesen Bestrebungen kam die Tatsache entgegen, dass die Kirche für die angewachsene Einwohnerzahl viel zu klein war. Ursprüngliche Umbau- und Erweiterungspläne hatte man fallen gelassen und in westlicher Richtung ein neueres Gotteshaus erbaut, das 1839 fertiggestellt war. 1843 kam ein Vertrag zwischen dem Hohenstaufenverein und der Gemeinde zustande, der die weitere Nutzung regelte.
1859 begann die äußere Umgestaltung. Der Westgiebel wurde verkürzt, neu aufgeführt und mit den Wappen der staufischen Herrschaftsgebiete, Ministerialengeschlechter und sieben Kurfürsten versehen. Der Reichsadler sollte den gesamtnationalen Aspekt der Stauferherrschaft herausstreichen. Die Wappen aller europäischen und kleinasiatischen Lehensgebiete sollten die Mächtigkeit des Stauferreichs andeuten.
Eine Innenrenovierung der Kirche erfolgte 1932 auf Initiative des Albvereins. Damals wurden die Votiv- und Rosenkranzbilder im Chorraum wieder restauriert. Das Barabarossafenster im Turmchor wurde von der Turnerschaft Hohenstaufen in Tübingen gestiftet.
Das Schriftband 'Hic transibat Caesar' über dem Türbogen an der Nordwand nährte lange Zeit die Vorstellung, die Kirche sei in der Stauferzeit entstanden. Man nahm an, Barbarossa, der sich in der Tradition der römischen Kaiser (Caesaren) sah, sei durch diese Tür eingetreten. Nachweislich ist aber das danebenstehende Barbarossabild mit mehrzeiligem Vers, der die Sage erzählte, erst 1723 auf Veranlassung des damaligen Ortspfarrers Walz angebracht worden.

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