Vom Meer zum Festland und zurück

Vor mehr als 200 Millionen Jahren, am Ende des Keupers: Wieder einmal kehrt das Meer zurück. Und dieses Mal sollte es für lange, lange Zeit bleiben.

Noch heute zeigt eine kleine Keuperschicht, das sogenannte Grenzbonebed, den spannenden Wechsel vom Keuperfestland zum Jurameer. Und mit etwas Glück findet sich darin vielleicht ein Haifisch- oder sogar ein Saurierzahn...

Von den gelegentlichen Meereseinbrüchen abgesehen, war es im Keuper oftmals staubtrocken. Dieser Wechsel zwischen "Wasser" und "Wüste" ist es, der uns heute noch ins Auge sticht. Kaum eine andere Gesteinsserie bietet soviel Abwechslung in Formen und Farben wie der Keuper: Rote, blaue, schwarze, violette und grüne Sand- und Tonsteine sorgen für einen wahren Farbenzauber.

Zum Teil weltweit bedeutsame Fossilienfunde zeigen uns, welche Lebewesen die Meere und subtropischen Landschaften des Keupers bewohnten: Amphibien, Saurier, Lungenfische und die ältesten Schildkröten der Welt. An Pflanzen finden sich unter anderem Reste von Schachtelhalmen und Farnwedel.

Keuperlandschaften bedecken heute weite Teile des Albvorlands und lassen sich beispielsweise im Raum Tübingen oder im Naturpark Schönbuch erleben: Rutschhänge des Knollenmergels erschweren den Bau von Häusern und Straßen. Auch der Gipskeuper macht so manche Straße zur Berg- und Talbahn. Dafür entschädigt er mit schönen Gipskristallen. Der Stubensandstein hat seinen merkwürdigen Namen von seiner wichtigsten Verwendungsweise: er wurde nach dem Abbau in speziellen Mühlen zu Fegsand vermahlen, der von Hausierern bis nach Oberschwaben zum Reinigen der Holzböden verkauft wurde! Bis heute werden in Sandsteinbrüchen Steine gebrochen und zu den unterschiedlichsten Produkten verarbeitet: Als Mühl- sowie als Bausteine unter anderem für den Kölner Dom wurden sie früher weithin exportiert, zum Teil bis in die Türkei!