Max Eyth

wurde am 6. Mai 1836 in Kirchheim unter Teck im Obergeschoss der Lateinschule (heute Max-Eyth-Haus) geboren. Er verbrachte die ersten fünf Lebensjahre in Kirchheim und blieb seiner Geburtsstadt zeitlebens verbunden. Nach dem Studium der Philologie wandte er sich der Technik zu und bereiste als Maschinenbauingenieur viele Teile der Erde. Er war u.a. an der Entwicklung des Dampfpfluges in England beteiligt. Ein schwäbischer Tüftler, Denker, Dichter und Zeichner mit weitem Horizont. Seine Romane und Erzählungen portraitieren die industrielle Revolution. Er starb am 25. August 1906 in Ulm.

Wanderlebens Glückes Schmied

 Willst du hinaus in die weite Welt,
So laß das Sorgen dahinten.
Nimm nicht zu viel,
Doch ein wenig Geld,
Das weitere solltest du finden.

Mit dieser selbst gelebten Regel formulierte Max Eyth in seiner autobiographischen Erzählung Hinter Pflug und Schraubstock das eigene Credo. Er lebte ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. Nach dem Studium am Polytechnikum Stuttgart arbeitet der Maschinenbauingenieur zunächst 6 Jahre brav in der Heimat bei der Maschinenfabrik Kuhn.

Dann folgt jedoch eine ausgedehnte, weltweite Reise- und Arbeitstätigkeit. Ab 1862 setzt er seine Fähigkeiten für die Fabrik Fowler in Leeds (England) ein und ist an der Erfindung des Dampfpfluges beteiligt. In Nordamerika, Argentinien, Ägypten, Peru, Westindien, Belgien, Frankreich, Ungarn, Rumänien und Russland ist er tätig und entwickelt zukunftsträchtige, neue technische Lösungen. 26 Patente für bessere landwirtschaftliche Maschinen und Geräte gehen auf ihn zurück.

 Doch wendet den Rücken es (das Glück) manches Mal, und zeigt dir boshaft die Kralle, geh weiter!

Seine Idee des Dampfpfluges wird nicht den Durchbruch erzielen. Eyth schrieb 1884: Aussicht auf Erfolg haben Benzin- und Petroleummaschinen und für die Landwirtschaft besonders auch die Elektrizität, da sie Mittel bietet, kleine Kraftmengen von einer größeren Kraftquelle bequem abzuzweigen.

Max Eyth verzweifelt nicht, er wendet sich anderen technischen Problemlösungen zu. Die Verarbeitung seiner Erfahrungen wird er insbesondere auch literarisch umsetzen. Kurz vor seinem Tod erscheint sein berühmtester Roman: Der Schneider von Ulm. Es ist die Geschichte eines 200 Jahre zu früh Geborenen - wohl auch die Spiegelung seines eigenen Schicksals. Sein Geburtshaus ist heute ein schmuckes Fachwerkhaus, in dem das Literarische Museum der Stadt Kirchheim zuhause ist. Dabei ist Max Eyth Namensgeber für die große literarische Tradition der Stadt. Neben ihm wird in den fünf Räumen des Obergeschosses an die Schriftsteller Hans Bethge, Hermann Kurz und Hermann Hesse erinnert, im Erdgeschoss u.a. an den Botaniker Johann Simon Kerner, den Liederdichter Albert Knapp und an die Kirchheimer Lateinschule.

 So ziehe getrost bergauf, bergab,
Und trage und schaffe und scherze;
Bringst du nur zurück, was Gott dir gab,
Dein altes, fröhliches Herze.

WERKE

Die Brücke über die Ennobucht
Der Kampf um die Cheopspyramide
Der Schneider von Ulm: Geschichte eines 200 Jahre zu früh Geborenen
Hinter Plug und Schraubstock
Im Strom unserer Zeit
Wanderbuch eines Ingenieurs

Anreise: