Friedrich Schiller

wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater ist in wechselnden Stellungen für das württembergische Militär tätig, die Familie zieht 1764 nach Lorch, wo Schiller den ersten Lateinunterricht erhält. Nach dem Besuch der Carlsschule auf der Solitude bzw. dem Studium der Jurisprudenz und Medizin werden seine <Räuber> 1782 in Mannheim uraufgeführt. Seinem anschließenden Schreibverbot entzieht er sich durch Flucht nach Thüringen. Er wird Professor für Geschichte in Jena und lebt am Ende in Weimar. Ab 1794 Freundschaft mit Goethe. Friedrich Schiller stirbt am 9. Mai 1805 in Weimar.

Der junge Pfarrer

Wer über alles lachen könnte, der würde die Welt beherrschen.

Das Leben Schillers war in vielen Passagen wohl weniger zum Lachen. Und doch dürfte er gerade am Anfang seines Lebens dazu eher Grund gehabt haben als später. Denn er zieht 1764 zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester Christophine in das idyllische Lorch.

Schillers Vater ist als Werbeoffizier für die württembergische Armee im nahen Schwäbisch Gmünd tätig, während der Sohn Friedrich in der Lorcher Dorfschule mit fünf Jahren buchstabieren, lesen, rechnen und schreiben lernt.

Bereits ein Jahr später wird Schiller vom Dorfpfarrer Philipp Ulrich Moser in alten Sprachen - also Lateinisch und Griechisch unterrichtet. Damals nichts Außergewöhnliches. Denn die weitere Laufbahn Schillers schien vorgezeichnet. Er sollte Pfarrer werden und am Tübinger Stift studieren.

Die gemütliche Studierstube seines Privatlehrers wird für Schiller zum Ort seiner ersten Erfahrungen und des Nachdenkens über Gott und die Welt. Später wird er seinem Lehrer in Die Räuber ein Denkmal setzen, das im Zwiegespräch zwischen dem Pastor Moser und dem Schurken Franz gipfelt. Einige Passagen daraus könnten durchaus ihre Wurzeln in den Unterweisungen des kleinen Friedrich durch den Dorfpfarrer haben:

Moser: Sage mir doch, warum ließest du mich in der Mitternacht rufen?
Franz: Ich will mir einen Spaß machen, mich mit Pfaffen hemmzubeißen.
Moser: Nun  glaubt Ihr wohl, Gott werde es zugeben, daß ein einziger Mensch in seiner Welt wie ein Wüthrich hause und das Oberste zu unters kehre?
Franz: Zernichtet wird die Seele, sag' ich dir, und sollst mir nicht darauf antworten!
Moser: Kann das Pfaffengewäsch so einen Philosophen in Harnisch jagen?

Die Familie Schiller wohnte am Anfang des Lorcher Aufenthaltes kurz im Gasthof Sonne, später im Haus des Huf- und Waffenschmiedes Johann Michael Molt (heutige Stuttgarter Straße 9). Hier wird Schillers jüngere Schwester Luise (1766-1836) geboren, die später ebenfalls Gedichte verfasste und Rätsel in Versform brachte.

Lorch hat heute zwei Schillerhäuser zu bieten: eines, das irrtümlicherweise bis 2001 als das Wohnhaus galt und das richtige in der Stuttgarter Str. 9. Beide können heute im Rahmen des historischen Stadtspaziergangs von außen besichtigt werden.

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An die Freude
Das Lied von der Glocke
Die Kraniche des lbykus
Die Räuber
Kabale und Liebe
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