David Friedrich Weinland

Christoph David Friedrich Weinland wurde 1829 in Grabenstetten geboren. Nach dem Besuch der Klosterschule Maulbronn studiert er zunächst Theologie am Tübinger Stift, wechselt später aber zu den Naturwissenschaften. Er promoviert mit dem Thema <Urzeugung> und arbeitet wissenschaftlich in Berlin und Cambridge. 1857 kommt er nach Deutschland zurück, arbeitet für den Frankfurter Zoo und schreibt populärwissenschaftliche Artikel. Mit 44 Jahren zieht er sich aus allen Ämtern zurück und forscht auf seinem Gut in Hohenwittlingen. Sein Roman <Rulaman> macht ihn weltberühmt. Weinland starb am 16. September 1915 in Wittlingen.

Der Korallenforscher

Es war eine Zeit fragt nicht, vor wieviel tausend Jahren, niemand weiß es, da war ein Meer, wo heute die Schwäbische Alb sich erhebt. Es war ein warmes Meer, reich an Tieren. Steinkorallen wuchsen am Ufer wie unterseeische Gebüsche. Zwischen ihren Zweigen regten und bewegten sich, wie heute noch an den warmen Gestaden der südlichen Meere, Tausende von Seesternen und Seeigeln, Muscheln, Schnecken und Würmern, von Krebsen und Korallenfischchen in üppiger Farbenpracht. Auf der hohen See schwammen Fischherden und Ammonshornschnecken, verfolgt von mächtigen Fischeidechsen, den Raubherrschern dieses Ozeans.

Diese Einleitungssätze des Steinzeitromanes Rulaman lesen sich wie eine Beschreibung des Lieblingsplatzes des weitgereisten Korallenforschers, der zusammen mit seinen vier Söhnen die nähere Heimat um das Gut Hohenwittlingen erforscht. Die klare verständliche Sprache fasziniert, Weinland möchte Zusammenhänge näher bringen, anschaulich schildern, er lässt seine Söhne die Geschichten weiterentwickeln bzw. fordert sie auf, eigene Ideen einzubringen.

Sein ältester Sohn Karl wird zum Vorbild für Rulaman aus der Tulkahöhle, Weinland selbst ist Rulaba der Vater. Die spannenden Geschichten um diese beiden Hauptpersonen der Höhlenmenschen und Höhlenbären faszinieren weltweit. Das Buch hat mittlerweile eine Vielzahl von Auflagen erlebt.

Heute kann jeder den Spuren des Rulamans nachgehen. In der Huhka-Höhle (Falkensteiner Höhle) lebte der Stammeshäuptling und Zauberarzt Angekko. Eovas schwieriger zu erreichen ist die Tulkahöhle. Der Wanderparkplatz Hohenwittlingen ist idealer Ausgangspunkt für drei Wanderungen, die den Spuren Rulamans nachgehen.

Die Erlebnisse Rulamans reichen jedoch viel weiter. In der schönsten Jahreszeit unternahm die Familie um Rulaba und Rulaman ihre Sommerreise mit der alten Parre, die auf einem Trageesel mitreiten durfte. Es ging zum Walba-See (Blautopf), weiter durch das Ulatal (Ach) zu ihren Stam­

mesbrüdern, die im Hohlen Fels bei Schelklingen wohnten, am Langen Fluss (Donau) entlang, den Kansbach (Kanzach) aufwärts zum Somsee, also dem Federsee. 1866, zehn Jahre vor dem Druck des Buches, wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass am Federsee Steinzeitmenschen lebten. Weinland hat dieses Wissen dann also direkt verarbeitet.

Weinland beschreibt die Landschaft der Schwäbischen Alb und spannt den Phantasiebogen bis in unsere Gegenwart:

Drüben aber auf dem Nufaberg wächst ein uralter Efeu an den Burgruinen. Der Efeu malt in großen Zügen auf dem grauen Gestein seltsam verschlungene Zeichen. Wer sie zu deuten ver­steht, der Liest: Rulaman, Welda und Kando.

WERKE

Rulaman
Übersetzungen aus dem Rulaman:
Schillerhöhle = Tulkahöhle
Steffesloch = Staffahöhle
Falkensteiner = Huhkahöhle
Blautopf = Walba-See
Donau = Langer Fluss

Anreise: