Von Burggeistern und Wildsauen

Spannende Einblicke in die Welt der Ritter und Burgfräulein, in mittelalterliche Burgenherrlichkeit und glanzvolle Residenzschlösser bietet die Schwäbische Alb, eine der burgen- und ruinenreichsten Landschaften Deutschlands. Viele der Festungsruinen und gut erhaltenen Schlossanlagen erzählen von früheren Zeiten. In den alten Gemäuern fühlt sich so mancher Besucher in die Vergangenheit versetzt, als sich Adlige und Burgherren oft auf schroffen Felsen und steilen Anhöhen über das „gemeine Volk“ erheben wollten. Interessante Führungen und Ausstellungen machen die Geschichte lebendig.

Themenführungen auf Burg Hohenzollern

Auf Burg Hohenzollern etwa, der wohl bekanntesten Burg der Schwäbischen Alb, werden regelmäßig Themenführungen angeboten, bei denen beispielsweise Ritter Hans von Kalb als Burggeist die Gäste auf eine Reise durch die Jahrhunderte mitnimmt. Themenführungen erlauben zudem Blicke hinter normalerweise verschlossene Türen. Unterhaltsames Wissen rund um die Burg Hohenzollern und die deutsche Geschichte bieten auch die Kinderführungen. Mythen und Legenden von Rittern und Sagengestalten beflügeln die Fantasie, während Gemälde der deutschen Kaiser und Könige Geschichte sichtbar machen. Die Kinder erfahren dabei auch viel über Lebensumstände, Sitten und Gebräuche der Menschen in früheren Zeiten (Zollernalb-Touristinfo, Tel. 07433/92 1139, www.zollernalb.com).

950 Jahre Hohenzollern auf Schloss Sigmaringen

Im zweiten Hohenzollernschloss in Sigmaringen feiert man 950 Jahre Hohenzollern und den 200. Geburtstag von Fürst Karl Anton. Bis Ende 2011 gibt aus diesem Anlass das Fürstliche Museum einen exklusiven Einblick in eine noch nicht gezeigte Sammlung. Schmuck, Accessoires, Waffen und Musikinstrumente sowie Briefe, Tagebücher, prachtvolle Gewänder und Gemälde bieten eine aufregende Kombination von Hohenzollern-Geschichte und zeitgenössischer Kunst. So ist unter anderem auch Andy Warhols Portraitversion des Preußen-Königs Friedrich II., des Alten Fritz, zu sehen. Und am 23. Oktober 2011 findet von 14 bis 16 Uhr zum letzten Mal eine Schlossführung statt, die speziell für den Geburtstag des großen Sammlers konzipiert wurde und Fürst Karl Anton als Politiker, Patriarch und Mäzen zeigt (Tel. 07571/729-230, www.schloss-sigmaringen.de). 

Märchenschloss Lichtenstein und Lautertal-Schlösser

Das auf steilem Felsen hoch über dem Tal thronende Schloss Lichtenstein gehört ebenfalls zu den Top-Zielen der Burgenromantik. Beim Familienbesuch auf Schloss Lichtenstein können junge Besucher ab acht Jahren im Kletterpark in luftiger Höhe wie Tarzan und Jane durch die Bäume schwingen - selbstverständlich im Klettergurt mit Karabiner und Helm und an kurzen Seilen gesichert. Beiderseits des Tals der Großen Lauter reihen sich eine Burg und eine Ruine an die andere. In Burg Derneck bei Hayingen-Münzdorf befindet sich heute ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins. Auf schroff aufragenden Felsen bieten die Burgruine Hohengundelfingen oder die Ruine Maisenburg prachtvolle Aussichten über das Lautertal. Entlang des 89 Kilometer langen, durchgängig ausgeschilderten Burgenwegs von Reutlingen nach Zwiefalten reihen sich 25 ehemalige Adelssitze, Burgruinen, Burgstellen und Schlösser, von denen einige zwischenzeitlich mit viel Aufwand restauriert wurden (Infos: Mythos Schwäbische Alb, Kaiserstraße 27, D-72764 Reutlingen, Tel. 0 71 21 / 480 30 33, www.mythos-schwaebische-alb.de).

Schlossführungen im Sitzen in Bad Urach

Während so manche alte Burg oder Ruine zum Herumtoben lockt, gibt es im Residenzschloss Bad Urach drei Führungen im Sitzen für Besucher, die nicht so gut zu Fuß sind. Ein Aufzug und ausreichend Sitzgelegenheiten sind vorhanden. In der Dürnitz erkunden die Gäste das Mittelalter bis zur Zeit der Reformation (23.10.2011,15 Uhr). Im Palmensaal und im barocken Speisezimmer steht die Palme im Mittelpunkt und wird die Frage beantwortet, wer den vergnügungssüchtigen und verschwenderischen Herzog Carl Eugen zähmte (30.10.2011, 15 Uhr). Um die Uracher Wildsau und um Anekdoten und Gegenstände von fünf württembergischen Herzögen geht es dagegen im Goldenen Saal (6.11.2011, 15 Uhr). Die Führungen dauern jeweils zirka 1,5 Stunden. (Tel. 0 71 25 / 94 32-0, info@badurach.de, www.badurach.de).

Auf Staufer-Spuren im Landkreis Heidenheim

Auf den Spuren der Staufer, neben den Hohenzollern das zweite Herrschergeschlecht von der Schwäbischen Alb, führt eine Tour im Landkreis Heidenheim zu Schloss Hellenstein, der Galluskirche in Sontheim-Brenz und Burg Katzenstein auf dem Härtsfeld. Die Teilnehmer erhalten Einblick in unterschiedliche Aspekte von Leben und Herrschen dieser Dynastie, die die Geschichte des römischen-deutschen Reiches, Italiens und ganz Europas prägten. Auf Schoss Hellenstein kamen sie ihren Regierungsgeschäften nach, während die Galluskirche zeigt, welche Rolle der Glaube spielte. Burg Katzenstein zählt mit ihrer romanischen Kapelle und dem zwanzig Meter hohen Katzenturm zu den ältesten noch erhaltenen Burganlagen aus romanischer Zeit. (Touristinformation, Hauptstraße 34, 89522 Heidenheim, Tel. 07321 327 4910, Tourist-Information@heidenheim.de).

Prachtvolle Bauwerke in und um Tübingen

Mit Schlössern in Tübingen, Bebenhausen, Hirrlingen, Gomaringen, Kirchentellinsfurt und Starzach ist auch im Landkreis Tübingen einiges aus adliger Vergangenheit zu sehen. Aus einer mittelalterlichen Ritterburg ging Schloss Hohentübingen hervor. Erst ab 1534 erfolgte unter Herzog Ulrich der Um- und Neubau zu einem Renaissanceschloss mit gleichzeitigem Festungscharakter. Ein Spaziergang hinauf über die Burgsteige zum Schloss lohnt sich schon allein wegen der schönen Ausblicke ins Neckar- und Ammertal, auf Stadt und Umgebung. Im Schloss Bebenhausen zeugt die Küchenanlage von der königlichen Jagd- und Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts. Sie gilt als Rarität in der baden-württembergischen Schlösserlandschaft (Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr; weitere Themenführungen www.kloster-bebenhausen.de/Veranstaltungen). Das Schloss in Kirchentellinsfurt lockt bis 18. Dezember 2011 mit der Sonderausstellung „150 Jahre Neckarbahn Reutlingen – Rottenburg“ (So  14-17 Uhr).

Alb-Donau-Kreis: Kultur in grüner Natur

Auch am südlichen Rand der Schwäbischen Alb gehören die Burgen und Schlösser zu beliebten Ausflugszielen. So die Burgruinen in Schelklingen oder Rechtenstein und nur wenige Kilometer weiter Burg Wartstein im Großen Lautertal. Wer auf einen der Burgtürme hinaufsteigt, wird mit einem grandiosen Ausblick übers Land belohnt. Im Kirchener Tal bei Ehingen thront auf einer Anhöhe das barocke Schloss Mochental, das heute Sitz einer bekannten Kunstgalerie ist. Darüber hinaus locken in dieser Region weitere Barockbauwerke wie das Kloster Ulm-Wiblingen oder die Klosteranlage in Obermarchtal. Immer einen Besuch wert ist auch das Fachwerkstädtchen Blaubeuren mit der berühmten Karstquelle Blautopf und dem über 900 Jahre alten Benediktinerkloster. Ebenfalls in Blaubeuren, im Urgeschichtlichen Museum, sind die ältesten Kleinplastiken der Welt zu bewundern, ca. 35.000 Jahre alte Figuren aus Mammutelfenbein. (Infos: Alb-Donau-Kreis, Tourismus, 89070 Ulm, Tel. 0731/185-1238  www.tourismus.alb-donau-kreis.de, wirtschaft@alb-donau-kreis.de).

Gold auf der Alb? Ein kulinarischer und touristischer Schatz

Das ALB-GOLD Kundenzentrum ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Gleichzeitig ist es ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zu den weithin sichtbaren Burgen und Ruinen in der näheren Umgebung des Kundenzentrums. Da nach ausgedehnten Unternehmungen der Appetit meist nicht ausbleibt, bietet sich eine Einkehr "beim ALB-GOLD" - wie man in der Region liebevoll sagt - stets an. Interessierte und Nudelbegeisterte können in der Gläsernen Produktion des Teigwarenherstellers unter der Woche einen Blick hinter die Kulissen der Nudel- und Spätzle-Produktion werfen. Der angeschlossene Landmarkt ist mit seiner Nudelvielfalt ein echtes Mekka für Nudelfans. Zum Genießen der schwäbischen Spezialitäten lädt das moderne Ambiente des beliebten Nudelrestaurants SONNE mit der offenen Küche und der vielseitigen Speisekarte ein. Und nicht nur im Sommer ist das ganzjährig geöffnete Kundenzentrum und die Kräuter Welt als Ziel ein Geheimtipp. Auch im Herbst wissen Ausflügler, Radsportler, Walking-Begeisterte und Wanderer sie als Ausgangs- oder Finalpunkt für Touren über die Alb zu schätzen. Infos: ALB-GOLD Kundenzentrum, Im Grindel 1, 72818 Trochtelfingen, Tel. 07124.9291-155, Email: kundenzentrum@alb-gold.de.