Albsteig (HW1) – Etappe 12 - Von Talheim nach Jungingen

Diese Albsteig-Etappe führt uns zu einigen schönen Aussichtspunkten, von denen der Dreifürstenstein der wohl bekannteste ist. Außerdem kommen wir am größten Bergrutsch des Landes vorbei. Ziel der Wanderung ist Jungingen.

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Beschreibung

Nach Talheim erwartet uns unterhalb des Farrenbergs ein schöner Halbhöhenweg  – erneut mit prächtiger Aussicht auf den Talheimer Albtrauf und den erst 2013 erfolgten großen Bergrutsch am Buchberg. Wer möchte kann hier noch die Panoramaliege des hier streckengleich verlaufenden Premiumwegs “Dreifürstensteig“ zum Landschaftsgenuss nutzen, bevor es nach Querung der kleinen Talstraße streng hinauf zum Hirschkopf geht.

Am Hirschkopf ereignete sich am 12. April 1983 der größte Bergrutsch Baden-Württembergs seit weit mehr als einhundert Jahren, ausgelöst durch tagelange starke Regenfälle. Bis heute rutschten hier rund 6 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein mit einem Gewicht von bis zu 10 Millionen Tonnen (das entspricht ca. 350 000 beladenen Lastwagen einschließlich Anhänger) zu Tal. Gerade von der Traufkante zeigt sich der Bergsturz als imposantes Lehrbeispiel für die allmähliche Rückverlagerung der Schwäbischen Alb, die durchschnittlich 1,6 mm pro Jahr beträgt. Am Hirschkopf waren es jedoch an der tiefsten Stelle 32 Meter in wenigen Stunden. Wir sind hier somit der Zeit statistisch gesehen um 20.000 Jahre voraus. Seit 1988 ist der heute 80 Hektar große Rutschbereich Naturschutzgebiet und die Wiederbesiedlung der zunächst totgesagten Landschaft kann eindrucksvoll verfolgt werden.

 Am 12. Mai 2006 erhielt der Mössinger Bergrutsch von der Akademie der Geowissenschaften e. V. unter Beteiligung der UNESCO als einer der „bedeutendsten Geotope Deutschlands“ das Prädikat „Nationaler Geotop" verliehen.

 Auf einem schmalen Pfad nahe der hier sehr markanten Traufkante führt uns der Albsteig, begleitet von schönen Ausblicken auf Mössingen, in rund einer halben Stunde weiter zu einem der schönsten Aussichtsbalkone der Alb: Dem Dreifürstenstein. In vergangenen Zeiten stießen hier drei Fürstentümer aufeinander: Württemberg, Hohenzollern und Fürstenberg. Der Sage nach trafen sich auf dem Berg einst die drei Fürsten zu einer Verhandlung, wobei jeder auf seinem Fürstentum sitzen konnte. Die Aussicht vom Dreifürstenstein reicht vom Raichberg mit dem hohen rot-weißen Sendeturm über die Burg Hohenzollern auf dem Zeugenberg bis zum 1005m hohen Plettenberg. Dahinter erstrecken sich die Höhen des Schwarzwaldes und die der Vogesen. Außerdem blickt man auf die Beurener Heide, die Städte Hechingen, Tübingen, in der Ferne den Großraum Stuttgart mit dem Fernsehturm und zwischendrin die Wurmlinger Kapelle.

Der weitere Weg verläuft am Albtrauf entlang bis zum Naturschutzgebiet „Bürgele“, immer wieder unterbrochen durch kleinere Aussichtspunkte ins Killertal. Ein steiler Abstieg führt schließlich hinab nach Jungingen.

 

 

Nach der Durchquerung Talheims (Kirchstraße, Beethovenstraße, Jahnstraße, Scheuerle westwärts) verlassen wir an der Brücke des Weiherbachs die Straße. Ein den Bach begleitender Weg führt zum Sportgelände. Hier endet der neue Routenverlauf (Hinweistafel) und es geht auf dem alten Weg weiter.

Nach kurzem Anstieg finden wir uns auf einem schönen Halbhöhenweg unterhalb des Farrenbergs wieder – erneut mit prächtiger Aussicht auf den Talheimer Albtrauf und den erst 2013 erfolgten großen Bergrutsch am Buchberg. Wer möchte, kann noch die Panoramaliege des hier streckengleich verlaufenden Premiumwegs “Dreifürstensteig“ zum Landschaftsgenuss nutzen, bevor es nach kurzem Abstieg und Querung der kleinen Talstraße hinein in den Wald und in Serpentinen streng hinauf zum Hirschkopf mit seiner Schutzhütte geht. Oben angekommen entschädigt uns im Weitergehen ein schöner, nahezu ebener Pfad entlang des Traufs für unsere Mühen.

Nach wenigen Minuten erreichen wir die Bruchkante des größten Bergrutsches in Baden-Württemberg seit weit mehr als einhundert Jahren. Von oben lässt sich der geologische Aufbau der Alb und die heute unter Naturschutz stehende rund 80 Hektar große Rutschzunge sowie die Renaturierung der zunächst totgesagten Landschaft gut betrachten. Wir sollten uns allerdings nicht zu nah an die Kante heranwagen, da diese teilweise unterwölbt ist.

Auf einem schmalen Pfad nahe der hier sehr markanten Traufkante führt uns der Albsteig, begleitet von schönen Ausblicken auf Mössingen, in rund einer halben Stunde weiter zu einem der schönsten Aussichtsbalkone der Alb: Dem Dreifürstenstein. Hier laden eine schöne Schutzhütte mit Bänken und eine Grillstelle zur Pause ein. Nachdem wir die überwältigende Fernsicht ausgiebig genossen haben, folgen wir dem Weg weiter entlang der Traufkante.

Auf unserer Wanderung kommen wir auch in der Folge immer wieder an schönen Aussichtspunkten, z. B. dem Brunnengrat (850 m), vorbei. Bei dem Aussichtspunkt Kohlberg (653 m) befinden wir uns schon über unserem Etappenziel Jungingen. Wir passieren noch die ehemalige Burg Eineck (auch Frundsburg genannt), dann wandern wir steil bergab. Das letzte Teilstück der Etappe ist geprägt von der unter Naturschutz stehenden Wacholderheide und einem kleinen Aufstieg zum Aussichtspunkt Bürgele. Von hier genießen wir die Aussicht ins Killertal und wandern anschließend weiter dem roten Dreieck folgend nach Jungingen hinab.

Gute knöchelhohe Wanderschuhe, Stöcke, Wanderkarte, evtl. GPS, Brotzeit, Getränk, Regenkleidung, Handy

In Jungingen ist der Besuch der Wallfahrtskirche St. Sylvester empfehlenswert. Im Dachgeschoß der Grundschule in Jungingen befindet sich das Heimatmuseum des Ortes.

 

Es handelt sich um eine mittelschwere Mittelgebirgswanderung. Geübte Wanderer werden hier unter Umständen mehr Freude und Genuss haben als Anfänger im Wandersport. Erfahrung und Ausdauer sowie die entsprechende Ausrüstung sind Voraussetzung. Nach Niederschlägen können manche Wege rutschig sein. Im Bereich des Hirschkopfes nicht zu nahe an die Traufkante gehen, da diese stellenweise unterwölbt ist. Trotz guter Wegmarkierung empfiehlt es sich, eine gute Wanderkarte bzw. ein GPS-Gerät mitzuführen.

 - von der B27 (Stuttgart/Tübingen bzw. Balingen/Hechingen)

Abfahrt Ofterdinger Straße /L385 Richtung Mössingen, Kreisverkehr passieren; nach der Bahnbrücke geradeaus weiter auf der Bahnhofstraße. Am Kreisverkehr bei der Volksbank die 3. Ausfahrt (Karl-Jaggy-Straße) nehmen. An der nächsten Ampelkreuzung rechts in die Lange Straße abbiegen. Dieser und später dem Heerweg stadtauswärts (nach Osten) folgen. An der Einmündung in den Nordring rechts abbiegen (Richtung Talheim). Kurz darauf im Kreisverkehr 1. Ausfahrt nehmen und nach Talheim fahren. Von der Ortsdurchfahrt (Steinlachstraße) geht links die Kirchstraße Richtung Wanderparkplatz oder wenig später rechts die Beethovenstraße ab.

- von der L 383 (Reutlingen / Gönningen /Öschingen).

Durch Gönningen und Öschingen fahren (Richtung Mössingen). Etwa 2 km nach Öschingen im Kreisverkehr 2. Ausfahrt nehmen und nach Talheim fahren. Von der Ortsdurchfahrt (Steinlachstraße) geht links die Kirchstraße Richtung Wanderparkplatz oder wenig später rechts die Beethovenstraße ab.

- von der L 385 (Mechingen / Sonnenbühl / Gammertingen)

In Melchingen Richtung Mössingen fahren (L 385) . Die Albsteige hinunter nach Talheim. Von der Ortsdurchfahrt (Steinlachstraße) geht (nach der Kreissparkasse) links die Beethovenstraße ab und wenig später rechts die Kirchstraße Richtung Wanderparkplatz hoch.

 

Der Wanderparkplatz Dicke Buche (Koordinaten 48.386 262, 9.115 997) ist einer der möglichen Einstiegspunkte in den Fernwanderweg Albsteig (HW1). Der Parkplatz befindet sich in Verlängerung der Kirchstraße im Wald oberhalb der Bergkirche. Am kostenlosen Wanderparkplatz befindet sich eine Wanderkartentafel und ein Prospekthalter mit aktuellen touristischen Broschüren.

Eine Alternative im Ort stellen die Parkplätze in der Beethovenstraße dar (Abzweig von der OD Steinlachstraße). Der Albsteig verläuft durch die Beethovenstraße.

 

 

- zum / vom Bahnhof Mössingen

Mössingen ist gut vertaktet ab Stuttgart Hbf mit dem Interregio der Deutschen Bahn (DB) oder mit dem Regionalexpress bis Tübingen und von dort mit der Hohenzollernbahn (HZL) erreichbar.

Ebenso gut lässt sich die Stadt aus Richtung Bodensee / Alb mit den Zügen der DB und HZL über Sigmaringen / Gammertingen erreichen.

Vom Bahnhof Mössingen fährt die Buslinie 152 nach Talheim (und zu eingeschränkten Zeiten auch nach Melchingen und Salmendingen). Die Haltestelle Farrenbergstraße /Schwanen liegt nur wenig nördlich der Albsteigroute, welche die Steinlachstraße an der Ampel Beethovenstraße quert. Nähere Infos unter www.naldo.de.

Wandergäste können sich außerdem von den örtlichen Taxiunternehmen Mielich (Tel. 07473-7585) oder Knoll (Tel. 07473-7501) abholen und zum Albsteig nach Talheim bringen lassen.

Freizeitkarte des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg: Blatt Nr. F 523 - Tübingen/Reutlingen

Kondition 

Technik 

Erlebnis 

Landschaft 

Schwierigkeit mittel
Strecke 17,98 km
Aufstieg 350 m
Abstieg 318 m
Dauer 5,52 h
Niedrigster Punkt 563 m
Höchster Punkt 860 m


Startpunkt der Tour:

Ortsmitte Talheim

Zielpunkt der Tour:

Jungingen

Eigenschaften:

  • Qualitätsweg Wanderbares Deutschland
  • Etappentour
  • aussichtsreich
  • geologische Highlights
  • Streckentour
  • Einkehrmöglichkeit
  • kulturell / historisch
  • botanische Highlights

Download


Tourkarte als PDF
Google-Earth
GPS-Track

Weitere Infos

www.sonnenbuehl.de

 www.moessingen.de

www.dreifuerstensteig.de

www.gemeinde-jungingen.de

 

Schwäbische Alb Tourismus
Bismarckstraße 21
72574 Bad Urach

Tel. +49 (0) 71 25 / 93 930 - 0

info@schwaebischealb.de

www.schwaebischealb.de

 

Quelle

Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.

Autor

Julia Metzmann